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<title>Franz Langoth</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Franz Langoth</span></h1>
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<p><b>Franz Langoth</b> (* <a href="20._August" title="20. August">20. August</a> <a href="1877" title="1877">1877</a> in <a href="Linz" title="Linz">Linz</a>; † <a href="17._April" title="17. April">17. April</a> <a href="1953" title="1953">1953</a> ebenda) war ein österreichischer Lehrer, Unteroffizier und Politiker. Er war vom 1. Jänner 1944 bis zum 7. Mai 1945 <a href="Liste_der_B%C3%BCrgermeister_von_Linz" title="Liste der Bürgermeister von Linz">Oberbürgermeister der Stadt Linz</a>. Langoth war maßgeblich in verschiedene nationalsozialistische Verbrechen involviert.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Leben">Leben</h2></div>
<p>Franz Langoth wurde als Sohn eines Mehlhändlers und Müllers in Linz geboren und hatte sechs Brüder. In seiner Heimatstadt besuchte er die Volks- und Hauptschule und absolvierte nach dem Ende seiner Schullaufbahn eine Lehrerausbildung. Nach dem Besuch der Linzer Lehrerbildungsanstalt und der 1898 bestandenen Volksschullehrerprüfung wurde er Volksschullehrer in <a href="Windischgarsten" title="Windischgarsten">Windischgarsten</a>, <a href="Hinterstoder" title="Hinterstoder">Hinterstoder</a> und <a href="Kirchdorf_an_der_Krems" title="Kirchdorf an der Krems">Kirchdorf an der Krems</a>. Nach der Fachlehrerprüfung 1903 in Linz wurde er <a href="B%C3%BCrgerschule" title="Bürgerschule">Bürgerschullehrer</a>. Zuletzt war er Hauptschuldirektor.
</p><p>Er wurde 1896 Mitglied im Oberösterreichischen Lehrerverein. Von 1909 bis 1934 war Langoth deutschnationaler Abgeordneter im <a href="Ober%C3%B6sterreichischer_Landtag" title="Oberösterreichischer Landtag">oberösterreichischen Landtag</a>. Von 1911 bis 1938 war er Obmann des Deutschen Volksbundes für Oberösterreich. Unterbrochen wurden diese Tätigkeiten von 1914 bis 1918, als er als Soldat der <a href="%C3%96sterreich-Ungarns_Armee_im_Ersten_Weltkrieg" class="mw-redirect" title="Österreich-Ungarns Armee im Ersten Weltkrieg">k.u.k. Armee</a> im <a href="Erster_Weltkrieg" title="Erster Weltkrieg">Ersten Weltkrieg</a> diente. Nach dem Krieg war er bis 1934 Mitglied der oberösterreichischen <a href="Landesregierung_(%C3%96sterreich)" title="Landesregierung (Österreich)">Landesregierung</a> (1918–1931 Landeshauptmannstellvertreter, 1931–1934 Landesrat) und bis 1933 Sicherheitsreferent in der oberösterreichischen Landesregierung. Daneben war er von 1919 bis 1934 Mitglied des Landesschulrates und 1920 bis 1934 Landesparteiobmann der <a href="Gro%C3%9Fdeutsche_Volkspartei" title="Großdeutsche Volkspartei">Großdeutschen Volkspartei</a> in Oberösterreich. Bereits 1933, kurz vor dem Verbot der <a href="Nationalsozialistische_Deutsche_Arbeiterpartei_%C3%96sterreichs_%E2%80%93_Hitlerbewegung" title="Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei Österreichs – Hitlerbewegung">NSDAP in Österreich</a>, war er Mitinitiator des „Kampfbündnisses“ zwischen Großdeutscher Volkspartei und NSDAP.
</p><p>Von 1934 bis 1938 war er Leiter des „Hilfswerkes Langoth“ für NS-Parteigänger. Nach dem <a href="Anschluss_%C3%96sterreichs" title="Anschluss Österreichs">Anschluss Österreichs</a> trat er zum 12. März 1938 im Rang eines <a href="SS-Oberf%C3%BChrer" title="SS-Oberführer">SS-Oberführers</a> in die <a href="Schutzstaffel" title="Schutzstaffel">SS</a> ein (SS-Nummer 292.795).<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Er beantragte am 30. Mai 1938 die Aufnahme in die <a href="NSDAP" class="mw-redirect" title="NSDAP">NSDAP</a> und wurde rückwirkend zum 1. Mai desselben Jahres aufgenommen (<a href="Liste_der_NSDAP-Mitgliedsnummern" class="mw-redirect" title="Liste der NSDAP-Mitgliedsnummern">Mitgliedsnummer</a> 6.250.313).<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Von 1938 bis 1939 war er Leiter der <a href="Nationalsozialistische_Volkswohlfahrt" title="Nationalsozialistische Volkswohlfahrt">Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt</a> (NSV) in Österreich, die unter dem Deckmantel der <a href="Wohlfahrtspflege" title="Wohlfahrtspflege">Wohlfahrtspflege</a> nur nationalsozialistisch eingestellte Menschen unterstützte, die nicht als Juden angesehen wurden. Von 1938 bis 1943 leitete er den NSV im <a href="Gau_Oberdonau" class="mw-redirect" title="Gau Oberdonau">Gau Oberdonau</a>. Von 1938 bis 1945 war er außerdem Mitglied des „<a href="Reichstag_(Zeit_des_Nationalsozialismus)" title="Reichstag (Zeit des Nationalsozialismus)">Großdeutschen Reichstags</a>“. Durch <a href="Hermann_G%C3%B6ring" title="Hermann Göring">Hermann Göring</a> bürgerte sich sein Spitzname „Vater Langgoth“ ein. Langoth war von 1940 bis 1944 beisitzender <a href="Ehrenamtlicher_Richter" title="Ehrenamtlicher Richter">Laienrichter</a> beim <a href="Volksgerichtshof" title="Volksgerichtshof">Volksgerichtshof</a> und wirkte an 51 Verfahren gegen insgesamt 125 Angeklagte und 118 Schuldsprüchen, davon 41 Todesurteile mit. Ende Januar 1944 wurde er zum <a href="SS-Brigadef%C3%BChrer" title="SS-Brigadeführer">SS-Brigadeführer</a> befördert und war bereits seit November 1943 Oberbürgermeister der Stadt Linz.
</p><p>Bei Kriegsende wurde er am 7. Mai 1945 als Bürgermeister abgesetzt und war bis zu seiner krankheitsbedingten Entlassung im Mai 1947 durch die US-Besatzungsmacht im <a href="Lager_Glasenbach" class="mw-redirect" title="Lager Glasenbach">Lager Glasenbach</a> interniert. Obwohl Erhebungen nach dem <a href="Entnazifizierung#Entnazifizierung_im_besetzten_Österreich" title="Entnazifizierung">Kriegsverbrecher- und Verbotsgesetz</a> stattfanden, kam es zu keiner Anklage. 1950 wurde er vom Bundespräsidenten <a href="Amnestie" title="Amnestie">amnestiert</a>. Seiner Gesinnung treu, initiierte er 1949 das <a href="Soziales_Friedenswerk" title="Soziales Friedenswerk">Soziale Friedenswerk</a> für belastete Nationalsozialisten. 1951 erschienen seine Memoiren <i>Kampf um Österreich, Erinnerungen eines Politikers</i>. Er wurde im Dezember 1951 erstes Ehrenmitglied des <a href="Verband_der_Unabh%C3%A4ngigen" title="Verband der Unabhängigen">Verbandes der Unabhängigen</a>.
</p><p>Nach seinem Tod hielt am 20. April 1954 Bürgermeister <a href="Ernst_Koref" title="Ernst Koref">Ernst Koref</a> eine Gedenkrede im Linzer Gemeinderat. Er galt als „guter Nazi“ – 1973 wurde gar eine Straße in Linz nach ihm benannt. Erst in den 1980er Jahren wurde begonnen, dieses Bild zu revidieren. 1986 wurde die Langothstraße in Kaisergasse umbenannt.<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Langoth war seit 1910 verheiratet und hatte zwei Kinder.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Werke">Werke</h2></div>
<ul><li><i>Kampf um Österreich. Erinnerungen eines Politikers</i>. Welsermühl, Wels 1951.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li><i>Die Gemeindevertretung der Stadt Linz vom Jahre 1848 bis zur Gegenwart. Geschichte – Biographien.</i> Druck- und Verlags-Anstalt Gutenberg, Linz 1968, S. 189 f.</li>
<li>Wolfgang Graf: <i>Österreichische SS-Generäle. Himmlers verlässliche Vasallen.</i> Hermagoras-Verlag, Klagenfurt u. a. 2012, ISBN 978-3-7086-0578-4.</li>
<li><a href="Georg_Gr%C3%BCll" title="Georg Grüll">Georg Grüll</a>: <i>Das Linzer Bürgermeisterbuch.</i> Städtische Sammlungen der Stadt Linz, Linz 1953.</li>
<li>Walter Schuster: <i>Deutschnational, nationalsozialistisch, entnazifiziert. Franz Langoth, eine NS-Laufbahn.</i> Archiv der Stadt Linz, Linz 1999, ISBN 3-900388-79-2.</li>
<li><i>Franz Langoth: Der Mythos vom "guten Nazi".</i> In: Christian Angerer, Maria Ecker: <i>Nationalsozialismus in Oberösterreich. Opfer, Täter, Gegner</i>. 2. Auflage, Studien Verlag, Innsbruck 2018 (Nationalsozialismus in den österreichischen Bundesländern; 6), ISBN 978-3-7065-5212-7, S. 120f.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<ul><li>Biografie zu <i><a rel="nofollow" class="external text" href="https://e-gov.ooe.gv.at/biografien/Start.jsp?param=ooe&amp;personId=271">Franz Langoth</a></i> auf dem Server des <a href="Ober%C3%B6sterreich" title="Oberösterreich">Bundeslandes Oberösterreich</a>.</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://portal.dnb.de/opac.htm?method=simpleSearch&amp;query=11937000X">Literatur von und über Franz Langoth</a> im Katalog der <a href="Deutsche_Nationalbibliothek" title="Deutsche Nationalbibliothek">Deutschen Nationalbibliothek</a></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.reichstag-abgeordnetendatenbank.de/selectmaske.html?pnd=11937000X&amp;recherche=ja"><i>Franz Langoth</i></a> in der Datenbank der Reichstagsabgeordneten</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://stadtgeschichte.linz.at/10264.php"><i>Franz Langoth.</i></a><i> </i>In: <i>stadtgeschichte.linz.at</i>, Archiv der Stadt Linz.</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://stadtgeschichte.linz.at/langoth/index.html"><i>NS-Täter Franz Langoth.</i></a><i> </i>In: <i>stadtgeschichte.linz.at</i>, Archiv der Stadt Linz.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text">Bundesarchiv R 9361-III/537082</span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text">Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/24890129</span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://stadtgeschichte.linz.at/strassennamen/index.php?action=strassendetail&amp;ID=1977"><i>Kaisergasse.</i></a><i> </i>In: <i>stadtgeschichte.linz.at</i>, Linzer Straßennamen.</span>
</li>
</ol>
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